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14.06.2013
Forelle Burgundisch

Was die Oma noch wußte. Was kochen ? Diese Frage stellten sich schon unsere Groß- und Urgroßmütter. So haben sie Kochrezepte gesammelt, zum Backen Rezepte, Fleischrezepte, Kuchenrezepte. Alles akribisch aufgeschrieben, Suppen, Salat, und Desserts nicht vergessen. Der Erfahrungsschatz unserer Mütter und Großmütter, Rezepte aus über hundert Jahren, seit 1893 bis fast auf den heutigen Tag.

Da liegt sie nun vor mir, die dicke abgegriffene Kladde mit den vergilbten Blättern. Viele Seiten mit sauberer Schönschrift. Jungmädchen-Schrift. Trotzdem nur schwer zu lesen, zumindest gewöhnungsbedürftig, denn Oma schrieb in «Sütterlin». (Benannt nach dem Herrn, der diese Schreibschrift entwickelt hatte. In den 12 Jahren, als man eine eigene Schrift haben wollte wie die Griechen und Lateiner, nannte man das auch «Deutsch».)

Annähernd die Hälfte des Büchleins zeigt diese gestochene Schrift. Man sieht förmlich ein junges Mädchen mit Zöpfen in der Schulbank sitzen und die Texte aus der abgegriffenen Kladde der Mutter oder Großmutter abschreiben.

So wurde damals Wissen weitergegeben. Und dort, wo nach dem Eintunken der Feder ins Tintenglas ein Klecks aufs Papier geraten war (vorsichtig mit Löschblatt oder Tintenwiege aufgesaugt und getrocknet), da hat die Großmutter als junges Mädchen mit Buntstift eine kleine Blumengirlande gemalt, den  Klecks mit dem Heft versöhnt.

Später dann, eigene Rezepte oder solche, die von einer Freundin oder Cousine übernommen wurden, schon eine reifere Schrift. Das hat vor über siebzig Jahren begonnen, so in den Dreißigern.

Aber dann gibt es noch eine Rezeptsammlung von ihrer Mutter, der Urgroßmutter. Die Kladde ist zerfallen, nur noch fliegende Blätter. Seitdem die Kladde voll war, wurden immer neue Zettel eingelegt, die nun beim Blättern ’rausfallen, aber immer sorgsam eingesammelt und verwahrt werden. Einen dieser Zettel, den mit den Mehlspuren habe ich kürzlich noch benutzt. Das Rezept für den Quarkstollen  (ohne Hefeteig), das hat die Urgroßmutter in den frühen Sechzigern bekommen, ausprobiert und aufgeschrieben. Ist ja auch schon fünfzig Jahre her. Moment mal. Als die Ur-Omi ihre Kladde 1910 zu füllen begann, war sie 13. Das ist inzwischen über hundert Jahre her. Ist das ein Schatz, den es zu heben lohnt? Tag für Tag eine Handvoll? Sagen wir mal «fast jeden Tag» !

Sind Sie dabei? Dann schauen Sie morgen doch wieder ’rein. Oder übermorgen. Weiter gehts im BLOG

Omas Kladde

Champagner
für Großmutter

Wie Sie mit dem Rezept von der Großmutter Champagner gewinnen können, lesen Sie hier

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